Lebensmittel kühlen ohne Strom mit dem Wüstenkühlschrank

Das Prinzip des Tonkrugkühlers, auch Wüstenkühlschrank genannt, war bereits in der griechischen Antike bekannt. Es erlebte durch den erfolgreichen Einsatz in armen Regionen Afrikas ein Revival. Auch der ein oder andere Camper nutzt den Trick gerne, wenn kein Strom verfügbar ist. Es gibt auch bereits Butterkühler nach dem Prinzip zu kaufen. Wir haben gebastelt und erklären euch ganz genau wie ihr selbst eine solch praktische Kühlmöglichkeit bauen könnt. Es ist ganz einfach. Versprochen.

Los geht’s!

Wie funktioniert das denn?
Der kühlende Effekt basiert auf dem Verdunstungsprinzip: Sobald Wasser verdunstet benötigt es Energie. Diese holt es sich aus der Umgebung. Dadurch sinkt die Temperatur. Selbst bei Außentemperaturen von 40 Grad können frische 14 Grad im Kühler erreicht werden, nicht schlecht, oder?

Hinweis: Wenn es sehr schwül ist und die Luft dadurch schon mit Wasser gesättigt ist findet ein geringerer Feuchtigkeitsaustausch statt und die Kühlleistung sinkt.


Wo stelle ich ihn hin?
Bevor wir loslegen sollten wir uns einen geeigneten Standort suchen. Denn einmal fertig wiegt das Ganze ganz schön viel.
Grundsätzlich gilt: Der Kühlungseffekt ist in trockenem und heißem Klima am höchsten da dann die Verdunstung am Größten ist. Das heißt aber nicht, dass der Kühler in der prallen Sonne stehen soll! Denn dann würde die Strahlungswärme der Sonne dem kühlenden Effekt zunichte machen. Also möglichst einen eher schattigen Ort mit etwas Wind auswählen.

Tipp: Ein glasierter Untersetzer unter der Konstruktion soll dabei den Gießaufwand angeblich etwas geringer halten. Zumindest sorgt er aber dafür, dass der Boden darunter nicht feucht wird. Die Luxusvariante wäre sicher ein Untersetzer mit Rollen.

Und wie wird er gebaut?
Die gesamte Konstruktion besteht aus unglasierten Tonkrügen und Sand. Wir nehmen zwei Tonkrüge in unterschiedlichen Größen, sodass einer gut in den anderen passt. Dann verschließen wir die Löcher im Boden mit Tape, Silikon oder Wachs, was gerade zur Hand ist.

Tontopf mit Klebeband  Zwei Tontöpfe

 

 

 

 

 

Dann füllen wir soviel Sand in den großen Tontopf bis der kleinere Tontopf hineingestellt so hoch wie der große Tontopf ist. In den Spalt zwischen den beiden Töpfen füllen wir nun soviel Sand, dass oben noch etwas Platz bis zum Rand frei ist.

Tontöpfe mit Sand

Und nun wässern wir den Sand so lange, bis etwas Wasser auf der Oberfläche stehen bleibt. Durch den Ton verdunstet das Wasser und transportiert so die Wärme nach außen.
In den kleinen Topf legen wir nun unser Kühlgut und decken ihn entweder mit einem Tonuntersetzer oder einem weißen, feuchten Tuch ab. Der äußere Tontopf kann offen bleiben oder ebenfalls mit einem Untersetzer als Deckel verschlossen werden. Je nach der Anzahl herumlaufender Tiere ist ein Deckel mit ggf. einem Stein darauf durchaus sinnvoll.
Sobald der Sand trocken wird sollte nachgegossen werden um den Kühleffekt zu erhalten.

Tontopfkühler

Und als besonderer Tipp eine ganz einfache Variante:
Diese eignet sich für den Frühstückstisch im Freien, ein Gartenfest oder das Fensterbrett. Mit einem glasierten Untersetzer und übergestülpten Tontopf können leicht Kühltöpfe für kleinere Süßigkeiten, Dips, Butter oder eine Handvoll Obst oder Beeren entstehen. Den Topf einfach regelmäßig in Wasser tauchen damit er sich ganz voll saugen kann. Die Konstruktion kühlt natürlich nicht so lange oder so stark wie die große Variante mit Sand,  dafür ist sie aber auch ruckzuck improvisiert. Und wird sicher für den ein oder anderen Aha-Effekt sorgen.

Blumentopf und Aprikose

Hinweis: Damit es wirklich nachhaltig ist, sollte natürlich kein Trinkwasser verwendet werden. Ideal ist es, wenn ein Bach, Gewässer oder eine Regentonne zur Verfügung steht. Wer an einem Strand campt (und Tontöpfe dabei hat bzw. für kleines Geld vor Ort besorgen kann) kann leicht den vorhandenen Sand und das Meer nutzen.

 

Viel Spaß beim Nachbauen!