Unsere Esel im Oktober 2023

Kaum wurde das Wetter herbstlich, beschlossen unsere Esel, dass es ihnen auf der Weide nicht mehr gefiel. An drei Stellen nacheinander wurde der Zaun zerstört und sie gingen auf Wanderschaft nach Hause. Beim dritten Mal hatten wir dann die Nase voll: Es war mitten in der Nacht, nur fünf Esel waren angekommen und den sechsten suchten wir im Dunkeln, mit Taschenlampen, bis der „Trödel“ dann irgendwann von alleine auftauchte.
Ganz offensichtlich hätte nur Strom auf dem Zaun unseren Langohren Paroli bieten können. Doch da wäre der Arbeitseinsatz noch einmal immens geworden, um alles freizuschneiden und gleich noch einige Zaunpfosten zu ersetzen.

Also ging es ab auf die heimische Weide, wo wir gerade dabei waren, die beiden Weidezelte umzusetzen. Eben erst hatten wir den Zaun weitestgehend auf Vordermann gebracht und wollten zudem Paddockmatten mit entsprechendem Unterbau auslegen. Das natürlich am liebsten ohne Anwesenheit der Esel, um in Ruhe arbeiten zu können. Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.


Dank einer großzügigen Spende ließen wir uns sieben Tonnen Schotter und fünf Tonnen Brechsand anliefern. Um den Standplatz des großen Zeltes herum legten wir Vlies aus und schafften in tagelanger Arbeit Schubkarre um Schubkarre Schotter vom Abladeplatz herbei. Nachdem dieser verteilt war, kamen die im Sommer geschenkten, gebrauchten Paddockplatten darauf. Anschließend noch einmal etwa 40 Schubkarren mit Sand obendrauf. So haben wir immerhin schon etwa 20 Quadratmeter Winterweide matschfrei befestigt. Als Nächstes wird noch die Rampe vom Garten in den Stallbereich erneuert. Im letzten Winter hatten wir dort noch Holzbohlen liegen, aber das Provisorium würde einen weiteren Winter nicht überstehen.

Dann begann es tagelang aus allen Kübeln zu gießen. Unsere so wunderbar befestigten 20 Quadratmeter und die Regendecken haben schließlich auch nichts daran geändert, dass die Esel überhaupt nicht mehr trocken wurden. Besonders ihre Hufe nicht. Also haben wir kurzentschlossen den Paddock eingerichtet, der etwa 70 Quadratmeter Fläche besitzt und halb überdacht ist. Dort kamen alle sechs Esel dann erstmal zum Trocknen und Putzen unter. Und wir hatten endlich Platz, den Rest an Arbeiten auf der Weide und dem Weg fertig zu stellen, ohne ständig Trennlitze ziehen zu müssen. Denn nur so lassen sich unsere neugierigen Esel aus den Arbeitsbereichen fernhalten. Wir sparten durch die Unterbringung im Paddock auch viel Zeit und Kraft, da wir keine Esel-Kacka aus dem nassen Boden klauben mussten und keine Schubkarre im Schlamm steckenblieb.

Es ist immer ein schöner Moment, wenn die Esel im Herbst wieder im Stall stehen. So als wären sie nach langer Abwesenheit endlich wieder Zuhause. Wir brauchen nur eine Treppe hinunterzugehen und schon stehen wir mitten unter ihnen. Und wem das nicht reicht, der kann sie auch jederzeit über die Stallkamera beobachten.